ePA-Pilotierung im Immanuel Albertinen-Krankenhaus - Dr. Christian Schöps

ePA-Praxistest bestanden: Erfahren Sie im Bericht von Dr. Christian Schöps, wie das Immanuel Albertinen-Krankenhaus als ePA-Pionier 2025 die digitale Patientenakte erfolgreich in den Klinikalltag integriert hat und warum die Modellregion Hamburg zum wichtigen Taktgeber für die bundesweite Vernetzung wurde.

Die Pilotierung der elektronischen Patientenakte (ePA) in der TI-Modellregion Hamburg markierte 2025 einen zentralen Meilenstein auf dem Weg zu einer digital vernetzten, interoperablen Gesundheitsversorgung in Deutschland. Bundesweit waren rund 300 Leistungserbringer beteiligt, davon etwa 80 Einrichtungen in Hamburg und Umland, in denen technische und organisatorische Aspekte der ePA im Versorgungsalltag erprobt wurden, bevor der bundesweite Rollout begann. Im Albertinen Krankenhaus wurde die ePA tief in das KIS integriert, sodass das ärztliche Personal unmittelbar aus dem klinischen Arbeitsplatz auf in der ePA hinterlegte Dokumente sowie die elektronische Medikationsliste (eML) zugreifen konnte. Parallel dazu wurden Datenschutz- und Berechtigungskonzepte erweitert, Verfahrensanweisungen etabliert und alle Berufsgruppen umfassend, interprofessionell geschult.

Die Erfahrungen zeigen deutliche Mehrwerte, insbesondere in der Notfallversorgung: Relevante Vorbefunde sind performant abrufbar, und die eML führte unmittelbar zu einer verbesserten Arzneimitteltherapiesicherheit. Gleichzeitig traten erhebliche Herausforderungen auf, etwa technische Kinderkrankheiten, aufwändige Konfigurationsarbeiten beim Metadaten-Mapping und der Definition zugriffsberechtigter Arbeitsplätze sowie der tiefgreifende Wandel von der etablierten Fax- und Papierkommunikation hin zu digital gestützten Prozessen. Knapp ein Jahr nach Beginn der Pilotphase stellt dieser sozio‑technische Transformationsprozess die wesentliche verbleibende Hürde dar.

Insgesamt ist die Frage, ob sich die ePA-Pilotierung gelohnt hat, klar zu bejahen. Die aktive Mitgestaltung von Workflows, die enge Anbindung an den KIS-Hersteller und die intensivierte Zusammenarbeit mit anderen Leistungserbringern in der Modellregion sowie die Rückkopplung der Erfahrungen an die gematik tragen wesentlich zur Weiterentwicklung der ePA als zentrale Plattform für einen sicheren und effizienten Datenaustausch bei.

 

Christian Schöps

Leitender Oberarzt
Zentrum für Altersmedizin / Klinik für Geriatrie
Lead Team digitale Transformation, Albertinen-Krankenhaus/Albertinen-Haus gemeinnützige GmbH

Bild: Immanuel Albertinen Diakonie.