Digital Health in der Gesundheitswirtschaft

Gesundheitswirtschaft – Dynamische Wachstumsbranche zwischen Regulierung und Innovationsdruck.

Illustration mit einer Frau und einem Krankhausgebäude

Die Gesundheitswirtschaft ist mit über 490 Mrd. € Bruttowertschöpfung und rund 12,5 % Anteil an der Gesamtwertschöpfung ein zentraler Wirtschaftszweig in Deutschland. Innerhalb dieses Ökosystems gewinnt die digitale Gesundheitswirtschaft stark an Bedeutung: Obwohl sie mit 8,2 Mrd. € bislang nur etwa zwei Prozent beiträgt, wächst sie mit hohen zweistelligen Raten und ist strategisch entscheidend für die Zukunftsfähigkeit des Gesundheitssystems.

Vor diesem Hintergrund befragte der bvitg im Herbst 2025 die Geschäftsführer:innen seiner Mitgliedsunternehmen zur wirtschaftlichen Lage der Health-IT-Branche. 67 Top-Manager: innen lieferten Einblicke in Chancen, Risiken und Herausforderungen eines zunehmend relevanten Marktes. Die Ergebnisse zeigen ein klares Bild: Über 80 % bewerten ihre wirtschaftliche Lage als gut oder sehr gut, 74 % berichten von einer verbesserten Auftragslage. Die Branche befindet sich damit in einem spürbaren und selbstbewussten Wachstum.

Treiber sind massive Investitionen in digitale Infrastruktur, die Umsetzung von KHZG-Projekten, der Ausbau von TI 2.0, ePA und eRezept, neue Interoperabilitätsstandards sowie der KI-Boom. Gleichzeitig verstärken Personalmangel und Effizienzdruck die Nachfrage nach digitalen Lösungen. Politische Vorgaben und öffentliche Finanzierung prägen die Branche stark, werden jedoch häufig ambivalent bewertet. Während digitale Transformation als klar positiver Faktor gilt, bremsen Überregulierung, Fachkräftemangel und steigende Kosten. Die Health-IT wächst aus strukturellem Zwang – und ist unverzichtbar für ein funktionierendes Gesundheitssystem.