Resümee des Vorstands
Was treibt die Köpfe hinter dem bvitg an? Die Vorstandsmitglieder des Verbandes gestalten die Gesundheitspolitik nicht nur mit, sie leben sie. Wir haben gefragt, was ihr persönlicher Motor für das Engagement im Verband ist und welche Meilensteine sie im Jahr 2025, in dem Jahr des dreißigjährigen bestehen des bvitg, maßgeblich geprägt haben. (Aufgrund des Vorstandswechsels im November 2025, kommen nicht alle Vorstandsmitglieder zu Wort)
Matthias Meierhofer - Vorstandsvorsitzender
Dr. Viola Henke - stellvertretende Vorsitzende
Heiko Mania - Vorstandsmitglied
Matthias Meierhofer – Vorstandsvorsitzender des bvitg
Der bvitg ist für mich seit vielen Jahren die verlässliche und anerkannte Stimme der Gesundheits-IT in Deutschland. Meine Motivation für die Verbandsarbeit speist sich aus der Verantwortung, Digitalisierung aktiv mitzugestalten und durch konstruktive Diskussionen umsetzbare technische Lösungen zu entwickeln, die das sich strukturell verändernde Gesundheitssystem wirksam entlasten. Fortschritt gelingt dabei nur im engen Schulterschluss von Industrie, Politik und allen Akteuren der Gesundheitsversorgung.
Das Engagement der Mitgliedsunternehmen bildet das Fundament des Verbands. Mein besonderer Dank gilt den entsandten ehrenamtlichen Expert:innen, die sich mit fachlicher Tiefe und persönlichem Einsatz in Arbeits- und Projektgruppen sowie im Nachwuchsnetzwerk generation_next einbringen und die inhaltliche Arbeit des bvitg maßgeblich prägen. Der Verband bietet hierfür eine offene, vertrauensvolle Plattform, um Innovation, Regulierung und Versorgungsrealität zusammenzuführen und gemeinsame Positionen fundiert in technische Spezifikationen und politische Prozesse einzubringen.
Inhaltlich prägend war 2025 die enge Begleitung der elektronischen Patientenakte (ePA) für alle aus Verbandsperspektive: politisch, prozessual und technisch. Der Austausch bestätigt, dass wir als Gesprächspartner wahr- und ernstgenommen werden! Darüber hinaus stärkte die DMEA 2025 ihre Position als europäische Leitmesse für digitale Gesundheit und setzte mit Themenvielfalt, internationalen Perspektiven sowie der Einbindung relevanter Stakeholder wichtige Akzente für ihre Weiterentwicklung.
Neben der ePA waren 2025 die Auswirkungen des Ampelbruchs auf Gesetzgebung und Planungssicherheit, unter anderem mit Blick auf das GDAG, fehlende nachhaltige Innovationsfinanzierung sowie der bestehende Digitalisierungsrückstand von zentraler Bedeutung. Der bvitg positionierte sich klar zu digitalen Identitäten, Interoperabilität, Standardisierung von Arzneimitteldaten und Künstlicher Intelligenz. Auch 2026 bleibt der Verband ein wichtiger Partner für die Gestaltung einer zukunftsfähigen digitalen Gesundheitsversorgung in Deutschland.
Dr. Viola Henke – stellvertretende Vorsitzende des bvitg
Im Jahr 2025 hat sich für mich erneut gezeigt, dass der bvitg eine zentrale Brückenfunktion zwischen der Health-IT-Industrie, Politik und Selbstverwaltung einnimmt – ein Raum, in dem technologische und unternehmerische Expertise auf gesundheitspolitischen Diskurs trifft und konkrete Rahmenbedingungen sowie spürbare Veränderungen für Innovation gestaltet werden. Diese strategische und praxisnahe Rolle bildet den Kern des Verbandes und ist zugleich mein persönlicher Antrieb, mich aktiv zu engagieren.
Prägend für 2025 war die Weiterentwicklung digitaler Strukturen in der Health-IT-Branche und die Frage, wie regulatorische und technische Rahmenbedingungen Innovation und Versorgung gleichermaßen fördern können. Der Verband hat hierbei mit gebündelter Expertise Orientierung geboten, Positionen abgestimmt und den konstruktiven Dialog mit Entscheidungsträgern intensiv geführt. Besonders im Fokus standen Interoperabilität, Standardisierung, Datennutzung im Einklang mit regulatorischen Anforderungen sowie die Stärkung eines leistungsfähigen, innovationsfreundlichen Marktes.
Auch auf europäischer Ebene hat der Verband 2025 seine Aktivitäten intensiviert. Bereits zuvor relevante Themen wurden noch stärker in den Mittelpunkt gerückt – unter anderem durch die Einrichtung einer Projektgruppe zum European Health Data Space (EHDS). Ziel war es, regulatorische Entwicklungen frühzeitig zu analysieren und die Perspektive der Industrie geschlossen einzubringen. Dieser europäische Fokus wird in den kommenden Jahren weiter an Bedeutung gewinnen.
Für mich persönlich ist es ein zentrales Anliegen, die digitale Transformation der Health-IT-Branche sowohl national als auch europäisch aktiv mitzugestalten – mit klaren Strukturen, interoperablen Lösungen und verlässlichen Rahmenbedingungen, die Innovation ermöglichen und gleichzeitig einen nachhaltigen Mehrwert für Versorgung und Markt schaffen.
Heiko Mania – Vorstandsmitglied des bvitg
Der bvitg ist für mich der zentrale Ort, an dem Digitalisierung im Gesundheitswesen nicht abstrakt verhandelt, sondern konkret gestaltet wird. Mich motiviert besonders, dass hier unterschiedliche Perspektiven zusammenkommen – Industrie, Versorgung und Politik – und genau dadurch Konzepte entstehen, die im Versorgungsalltag tragfähig sind. Mein Engagement speist sich aus der Überzeugung, dass die Digitalisierung im Gesundheitsmarkt nur dann gelingt, wenn auch die Perspektive der Pflege konsequent mitgedacht und vertreten wird.
Ein Highlight 2025 war die inhaltliche Arbeit an der digitalen Umsetzung zentraler Pflegethemen: von der TI-Anbindung der Pflege bis hin zur digitalen Abbildung der PPR 2.0 mit unserem ersten PPBV-Summit im Herbst 2025. Diese Themen zeigen exemplarisch, dass es nicht an Konzepten mangelt, sondern an konsequenter Umsetzung und praxistauglichen Lösungen.
Der Verband war 2025 stark geprägt von Fragen der Interoperabilität, politischen Änderungen (Neuwahlen) und der Zukunft der DMEA. Entscheidend war dabei stets der Anspruch, dass Digitalisierung kein Selbstzweck bleibt, sondern messbaren Mehrwert schafft – für Pflege, Medizin und Versorgung insgesamt. Genau diesen Anspruch trägt der bvitg und genau dafür engagiere ich mich weiterhin.