Resümee des Vorstands
Die Vorstandsmitglieder des bvitg bringen sich aktiv in die Gesundheitspolitik ein. Wir haben gefragt, was sie motivieret sich im Verband zu engagieren und welche Themen 2024 sie besonders umtrieben haben.

Matthias Meierhofer - Vorstandsvorsitzender

Dr. Viola Henke - stellvertretende Vorsitzende

Beate Jonas - Finanzvorständin

Heiko Mania - Vorstandsmitglied

Bernhard Calmer - Vorstandsmitglied

Jens Naumann - Vorstandsmitglied
Matthias Meierhofer – Vorstandsvorsitzender des bvitg
Der bvitg ist das Herzstück einer ganzheitlichen Interessensvertretung der Gesundheits-IT-Branche in Deutschland. Hier treffen Expertenwissen und Gestaltungswille aufeinander, um gemeinsam Lösungen für ein modernes Gesundheitswesen zu entwickeln. Diese dynamische und pragmatische Zusammenarbeit macht die Arbeit so besonders und ist der Grund meines jahrzehntelangen Engagements.
Im Jahr 2024 standen wegweisende Themen im Mittelpunkt der Verbandsarbeit: die flächendeckende Einführung der elektronischen Patientenakte (ePA) zum 15.01.2025 sowie die Förderung der Interoperabilität haben uns besonders beschäftigt. Diese Schwerpunkte sind essenziell für ein zukunftsfähiges, effizientes und patientenzentriertes Gesundheitssystem und erfordern ein pragmatisches, kooperatives Miteinander über Sektorengrenzen hinweg.
Dr. Viola Henke – stellvertretende Vorsitzende des bvitg
Das Jahr 2024 war geprägt von intensiver Verbandsarbeit zur Förderung einer freien, wettbewerbs- und leistungsfähigen Gesundheitswirtschaft, mit dem Ziel, die Rahmenbedingungen für die Industrie nachhaltig zu verbessern. Als Verband haben wir Gesetzgebungsprozesse mit hoher Kompetenz begleitet und Positionspapiere entwickelt, an denen neben der Geschäftsstelle viele unserer aktiven Mitglieder u.a. in den mir anvertrauten Arbeitsgruppen Politik, Qualitätssicherung, Interoperabilität und Standardisierung maßgeblich mitwirkten.
Der regelmäßige Austausch mit relevanten Stakeholdern, wie dem Bundesministerium für Gesundheit und der gematik, diente nicht nur der Vertretung der Interessen unserer Mitglieder, sondern auch der Einbringung unserer umfassenden Digitalisierungsexpertise.
Mein zentrales Anliegen – sowohl 2024 als auch im Jahr 2025 – ist es, positive Veränderungen in Richtung eines digitalen Gesundheitswesens aktiv zu mitzugestalten und den Einsatz digitaler Technologien zur Verbesserung von Qualität und Effizienz der Versorgung zu fördern. Dafür ist ein freier und leistungsfähiger Markt entscheidend, der es der Industrie ermöglicht, Innovationen zu entwickeln und erfolgreich in den Versorgungsalltag einzubringen. Wesentliche Erfolgsfaktoren sind dabei ein interoperabler Rahmen, ein Compliance-gerechter Umgang mit Daten und Informationen und eine sektorenübergreifende Perspektive. Nur so kann ein zukunftsfähiges Gesundheitswesen entstehen – mit klaren Strukturen und digitalen Lösungen, die einen spürbaren Mehrwert schaffen.
Beate Jonas – Finanzvorständin des bvitg
Die Überzeugung, dass die Digitalisierung der Schlüssel zur Zukunftsfähigkeit unseres Gesundheitswesens ist, bildet die Grundlage meines ehrenamtlichen Engagements im bvitg. Es motiviert mich, aktiv daran mitzuwirken, digitale Innovationen nicht nur als technologische Fortschritte zu begreifen, sondern als Werkzeuge zur nachhaltigen Verbesserung der Patientenversorgung und zur spürbaren Entlastung der Mitarbeitenden im Gesundheitswesen.
2024 standen für mich besonders drei Themen im Fokus: die Vorbereitung auf den Europäischen Gesundheitsdatenraum, der als Schlüssel für eine vernetzte und datengestützte Gesundheitsversorgung gilt, die dynamische Entwicklung von KI-Lösungen mit ihrem noch kaum absehbaren Potenzial für unser aller Arbeitsalltag sowie die damit verbundenen Chancen, dringend benötigte Effizienzgewinne und Entlastungen im Gesundheitswesen zu realisieren.
Heiko Mania – Vorstandsmitglied des bvitg
Innerhalb des bvitg habe ich meinen Schwerpunkt als Vorstand insbesondere bei den Themen der Digitalisierung der Pflege und der Sonstigen Leistungserbringer. Die Digitalisierung dieser Anwendergruppen braucht nicht nur Konzepte, sondern echte Lösungen – genau dafür setze ich mich im bvitg ein. 2024 war ein Jahr, in dem wir vieles angestoßen haben, aber auch klar gesehen haben, wo es noch klemmt. Die TI-Anbindung der Pflege ist ein gutes Beispiel: Wir sind als bvitg im Beirat des Modellvorhabens und arbeiten eng mit der gematik zusammen. Die aktuellen Zahlen zeigen aber, dass noch einiges getan werden muss, wenn wir 2025 eine flächendeckende Anbindung erreichen wollen.
ISiP, das Thema, das lange in der Versenkung verschwunden war, ist seit Januar 2024 wieder auf der Agenda. Nun geht es darum, wie wir das Thema weiterentwickeln und sinnvoll in den Pflegealltag integrieren. Ein weiteres Highlight dieses Jahres war sicher die digitale Umsetzung der PPR 2.0 (PPBV) in den deutschen Kliniken. Hier steckt noch viel Potential für eine echte Unterstützung durch die digitalen Technologien.
Daneben treiben wir im bvitg die Themen der elektronischen Verordnung zur Hauskrankenpflege voran. Seit Ende 2024 arbeiten wir gemeinsam mit dem Finsoz an der Entwicklung des Fachkonzepts – bis 2026 muss das Ganze stehen. Auch bei der e-Abrechnung und dem e-Leistungsnachweis konnten wir als Verband mit unseren Vorschlägen an den GKV-SV wichtige Weichen stellen.
Wir arbeiten weiter daran, dass Digitalisierung nicht Selbstzweck bleibt, sondern echten Mehrwert für den Gesundheitsmarkt bringt.
Bernhard Calmer – Vorstandsmitglied des bvitg
Meine Befürchtungen, die ich zur letzten Wahl des bvitg-Vorstandes artikuliert habe –„Grundsätzlich und über allem steht die Wahrnehmung der Health-IT-Industrie als „Bösewicht“, „Blutsauger“, „Verweigerer“ und nicht als Partner der Versorgung und Experte in der Digitalisierung für das deutsche Gesundheitssystem, insbesondere durch die Politik und die Gremien des Gesundheitssystems.“ – haben sich leider bewahrheitet.
In den Gesetzesentwürfen wird von einem „kontrollierten Marktmodell“ gesprochen und es ist unsere Aufgabe im Verband hier nicht müde zu werden, an dieser Sicht politisch zu arbeiten.
Ein paar positive Signale sind zu vernehmen, z.B. in der Qualitätssicherung oder in der operativen Zusammenarbeit mit der Geschäftsführung der gematik. Dennoch bleibt es unsere Aufgabe, den Weg zwischen Kooperation (zur Erreichung politischer Ziele und Interoperabilität) und Kompetition (wenn es um den einzelnen Auftrag geht), weiter aktiv zu gestalten.
Jens Naumann – Vorstandsmitglied des bvitg
Zu meinem Engagement im bvitg motiviert mich die politische Komponente: Dazu gehört das frühzeitige Erkennen von politischen Trends im Kontext des Gesundheitswesens und der Gesundheits-IT und die durch unsere demokratische Ordnung gegebenen Möglichkeiten zur Mitgestaltung der Weiterentwicklung unseres Gesundheitssystems und der politischen Rahmenbedingungen für unsere Branche.
Zudem schätze ich an der Verbandsarbeit die Möglichkeiten zum Austausch mit engagierten und klugen Menschen aus der Gesundheits-IT-Branche, der Politik und der Selbstverwaltung und das gemeinsame Ringen um die beste Lösung für die Versorgung.
Das Schwerpunktthema 2024 war die Vorbereitung auf die ePA für alle – über wenige digitale Anwendungen ist so viel diskutiert, gestritten und polemisiert worden. Wir arbeiten daran, das bisher größte IT-Projekt im Gesundheitswesen zum Nutzen von Patienten, Ärzten und der unterstützenden Berufe gemeinsam erfolgreich in der Versorgung zu etablieren. Aber auch die Diskussionen um das Gesundheits-Digitalagentur-Gesetz (GDAG), das durch den Koalitionsbruch gestoppt wurde, standen im Fokus.
Ich gehe davon aus, dass der weit fortgeschrittene Entwurf des GDAG Grundlage für eine der ersten Maßnahmen der neuen Regierung bei der Gesetzgebung zur Gesundheits-IT in der neuen Legislaturperiode sein wird – hoffentlich unter Berücksichtigung unserer Hinweise.