Auf ein Wort mit der Geschäftsführung

Ein Einblick in die Verbandsarbeit des Jahres 2024

Portrait Foto Matthias Meierhofer - Vorstandsvorsitzender bvitg

Matthias Meierhofer, Vorstandsvorsitzender

Melanie Wendling, Geschäftsführerin

Interview mit Matthias Meierhofer, Vorstandsvorsitzender des bvitg

Du Blickst auf eine lange Zeit als Vorstandsmitglied und Vorstandsvorsitzender zurück. Was hat die Arbeit beim bvitg besonders gemacht? 

Die Arbeit beim bvitg vereint Vielfalt, Expertise und Gestaltungswillen. Rund 120 Mitgliedsunternehmen engagieren sich in 12 Arbeits- und 7 Projektgruppen, um gemeinsam die Zukunft des deutschen Gesundheitswesens aktiv zu gestalten. Dies ist mir besonders wichtig, denn die Plattformen fördern eine interdisziplinäre und konstruktive Zusammenarbeit mit allen Stakeholdern – stets mit dem Fokus, das Marktmodell aufrechtzuerhalten und gleichzeitig innovative Lösungen voranzutreiben.

Welche Themen standen 2024 im Fokus der Verbandsarbeit?

Im Jahr 2024 standen wegweisende Themen im Mittelpunkt der Verbandsarbeit: die flächendeckende Einführung der elektronischen Patientenakte (ePA) zum 15.01.2025 sowie die Förderung der Interoperabilität haben uns besonders beschäftigt. Diese Schwerpunkte sind essenziell für ein zukunftsfähiges, effizientes und patientenzentriertes Gesundheitssystem und erfordern ein pragmatisches, kooperatives Miteinander über Sektorengrenzen hinweg.

Was ist deine Motivation den langen und steinigen Weg der Digitalisierung des Gesundheitswesens mitzugehen?

Die Digitalisierung des Gesundheitswesens bietet eine einmalige Chance, Versorgung neu zu denken und sektorübergreifend zu verbessern. Mich treibt die Überzeugung an, dass wir durch technische Innovationen und politische Weitsicht ein Gesundheitssystem schaffen können, das wirklich den Menschen dient. Dabei sehe ich die konstruktive und pragmatische Zusammenarbeit mit allen Stakeholdern als Schlüssel, um tragfähige Lösungen zu finden und das Marktmodell weiterhin erfolgreich zu gestalten. Der Austausch in hochkarätigen Gesprächsrunden und die Möglichkeit, als ernstzunehmender Impulsgeber wahrgenommen zu werden, geben mir die Motivation, diesen anspruchsvollen Weg weiterzugehen.

Matthias Meierhofer

Lesen Sie: Resümee des Vorstendes

Interview mit Melanie Wendling, Geschäftsführerin des bvitg

Kommunikation ist eine Kunst – und in einem Verband mit vielen Mitgliedern offenbar auch eine echter Drahtseilakt. Worin liegen die größten Herausforderungen für den bvitg?

Ja, absolut! Wir stehen oft im Spannungsfeld zwischen internen Interessen und externer Überzeugungsarbeit. Unsere Mitglieder möchten natürlich genau wissen, was läuft, während wir gleichzeitig Politik, Medien und die Öffentlichkeit für unsere Anliegen gewinnen müssen. Beides unter einen Hut zu bringen, ist nicht immer einfach.

Beginnen wir mit der internen Kommunikation. Was ist euch hier besonders wichtig?

Unsere Mitglieder sind das Herzstück unseres Verbandes – ohne sie läuft nichts. Des-halb müssen sie gut informiert und motiviert sein. Natürlich klappt das nicht immer per-fekt, aber wir arbeiten stetig daran. Im Geschäftsjahr 2024 haben wir uns intern neu aufgestellt, um noch besser zu kommunizieren – nach außen und nach innen.

Wie genau sieht die Struktur aus?

Wir haben klare Ziele definiert:

Transparenz ist King – unsere Mitglieder wollen wissen, wie ihre Interessen vertreten werden. Wenn Unklarheit herrscht, entsteht Misstrauen – und das brauchen wir nicht.

Partizipation ist Pflicht – Ideen und Feedback sind für uns extrem wertvoll. Je stärker unsere Mitglieder eingebunden sind, desto besser können wir arbeiten.

Effizienz ist der Schlüssel – unterschiedliche Meinungen sind wichtig, aber sie dürfen Entscheidungen nicht blockieren. Klare Kommunikation sorgt dafür, dass wir trotz Vielstimmigkeit auf Kurs bleiben.

Und wie sieht es mit der externen Kommunikation aus?

Nach außen geht es darum, unsere Anliegen so zu vermitteln, dass Politik, Medien und Öffentlichkeit nicht nur zuhören, sondern mitziehen. Das ist oft eine Herausforderung – unsere Themen sind nicht immer einfach zu erklären.

Welche Strategien nutzt ihr, um hier erfolgreich zu sein?

Wir setzen auf drei zentrale Säulen:

Politische Kommunikation – wir erklären Politiker:innen, warum unsere Anliegen wichtig sind – charmant, aber faktenbasiert.

Medienarbeit – ohne die Presse bleiben unsere Botschaften ein Geheimnis. Also sorgen wir dafür, dass Journalist:innen unsere Themen spannend finden und verstehen.

Reputation – Glaubwürdigkeit ist unser Kapital. Wir achten darauf, dass unser Verband professionell und seriös arbeitet und auch so wahrgenommen wird.

Das klingt nach einer komplexen Aufgabe. Gibt es besondere Herausforderungen in der externen Kommunikation?

Definitiv. Eine große Herausforderung ist, den kleinsten gemeinsamen Nenner zu finden – ohne dass Frust entsteht. Dazu kommt, dass die Verbreitung von Informationen oft diskutiert wird: Manche wollen weniger Mails, andere möchten mehr Updates. Die Kunst ist, die richtigen Infos zur richtigen Zeit über den richtigen Kanal zu teilen. Außerdem sind die Themen, mit denen wir uns auseinandersetzen häufig sehr technisch, manchmal fast „nerdig“, hier gilt es die Informationen so aufzubereiten, dass auch Nicht-Expert:innen diese verstehen können.

Lobbyarbeit hat oft einen schlechten Ruf. Wie geht ihr damit um?

Wir setzen auf Transparenz und klare Fakten. Uns ist wichtig, verständliche Botschaften zu formulieren, ohne sie zu stark zu vereinfachen oder reißerisch zu machen. Ein falsches Wort zur falschen Zeit kann schnell zu Problemen führen – deshalb spielt Diplomatie eine große Rolle in unserer Arbeit.

Was nehmt ihr aus den letzten Jahren mit?

Kommunikation ist ein dynamischer Prozess – wir optimieren ständig unsere Strategie. Der Balanceakt zwischen interner Abstimmung und externer Überzeugungsarbeit wird uns weiter begleiten, aber wir bleiben am Ball!

Melanie Wendling

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